Infos anfragen

Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität in der Smart Factory

Dominik Doubek

07.10.2021 10:34 Uhr


Unübersichtliche und wenig anwenderfreundliche Software, fehlende Flexibilität, inkonsistente Daten und nur seltene Updates sind typische Beispiele, an denen produzierende Unternehmen bei der Digitalisierung scheitern. Eine Smart Factory ist aber nur dann effektiv, wenn die digitalisierten Prozesse für alle Anwender leicht zu bedienen sind. Intuitiv zu bedienende Smartphone-Apps zeigen uns im Privatleben eindrucksvoll auf, wie das geht. Daran muss sich die Smart Factory orientieren. Wir geben einige Tipps, worauf es bei der technischen Umsetzung zu achten gilt.

Usability und Bedienbarkeit

Moderne Softwarelösungen müssen einfach zu bedienen, ansprechend im Design und auf verschiedenen Endgeräten nutzbar sein. Diese drei Elemente hängen stark voneinander ab und werden in der Softwareentwicklung durch gutes User- Experience-Design (UED) erarbeitet. Grundlage für das UED in der Produktion sind Prozesse und Wertströme, die nach den Kriterien des Lean Managements entworfen wurden. Darauf basierend können einfache Visualisierungen und übersichtliche Eingabemasken in einer entsprechenden Software abgebildet werden. Übersichtliche Masken bieten zudem den Vorteil, dass diese durch modernes Webdesign vom Smartphone bis zum Smart TV an der Hallendecke aufrufbar sind. Der beste Bewertungsmaßstab für die Usability einer Software ist die Dauer der Einlernzeit, die ein neuer Anwender benötigt, bis er mit dem System vertraut ist.

Flexibilität

Hinsichtlich des passenden Funktionsumfangs ist ein modularer Aufbau der Smart-Factory-Applikation empfehlenswert. Somit kann zu Beginn mit der Datenerfassung und Interaktion im täglichen Shopfloor Management gestartet und anschließend sukzessive der Funktionsumfang erweitert werden. Diese Zusatzfunktionen erstrecken sich von der Werkerassistenz über die Instandhaltung, Qualität und Logistik, bis hin zu Planungsfunktionen. Eine wichtige Grundanforderung ist, dass alle Arbeitssysteme einer Fabrik adäquat abgebildet werden können. Dazu ist es unerlässlich, je nach Eigenschaften des Arbeitssystems unterschiedliche Methoden zur Datengenerierung anzuwenden. In der Praxis hat sich hier bewährt, die richtige Methode anhand von drei Dimensionen zu bestimmen: Output, Taktzeit-Schwankung sowie Personalintensität. Neben der Flexibilität hinsichtlich der Arbeitssysteme ist eine einfache und schnelle Betreuung durch den lokalen Administrator entscheidend. Hierzu sind Funktionen notwendig, mit denen viele Grundeinstellungen direkt von den Anwendern im Tagesgeschäft vorgenommen werden können. Damit wird die Verbundenheit und Identifikation mit den erzeugten Daten erhöht.


Konnektivität und Schnittstellen

Grundlage bei einer Auftragsbetrachtung oder einem Werkerassistenzsystem sind die übergeordneten Kundenbedarfe. Hierzu gilt es, die einzelnen Auftragsdaten sowie wichtige Stammdaten mit den übergeordneten Systemen (z.B. ERP-System) zu synchronisieren. Grundsätzlich kann hier zwischen lesenden und bi-direktionalen (lesenden & schreibenden) Systemen unterschieden werden. Letztere sind besonders dann notwendig, wenn ausgehend von der Smart-Factory-Applikation auch Daten zurückgemeldet werden sollen. Neben den Auftragsdaten sind in vielen Firmen auch valide Daten von Anlagen oder Prozessen vorhanden. Eine Smart Factory kann diese validen Maschinendaten direkt oder via Middleware (z.B. mit einer IIoTBox) verarbeiten. Damit können beispielsweise Stückzahlimpulse oder die Zustände mit den Auftragsdaten kombiniert werden.

Weitere Blog-Beiträge


Weniger Glutamat, bitte!