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Von der Excel-Liste zum „Datenmaßanzug“ – Smart Factory bei Zetec Zerspanungstechnik

Dominik Doubek

12.07.2021 09:31 Uhr

5 Fragen an Patric Hell, Geschäftsführer, Zetec Zerspanungstechnik GmbH & Co. KG, Gosheim.

Zetec Zerspanungstechnik aus Gosheim ist Spezialist für Präzisionsdreh- und Frästeile, die besonders in der Elektrotechnik, Medizintechnik und dem Maschinenbau gefragt sind. Geschäftsführer Patric Hell berichtet über seine Erfahrungen bei der Einführung der Smart-Factory-Software von Sonic Technology.

1. Welche Erwartungshaltung hatten Sie an die Smart-Factory-Software?

Zentrales Ziel war die Optimierung des Informationsflusses im Werk. Mit der neuen Software sollte die Möglichkeit geschaffen werden, den aktuellen Zustand der Fertigung einfach und schnell einsehen zu können. Uns war eine Kombination von Maschinendatenerfassung und der manuellen Eingabe an Zusatzinformationen der Mitarbeiter wichtig, um ein Maximum an belastbaren Informationen zu generieren. So sollte die Software zum Leitsystem für unsere Werker und Techniker werden. Weiterhin war wichtig, dass die Software unabhängig von Endgeräten ist und flexibel in den Produktionshallen auf vorhandener Hardware genutzt werden kann. Das bietet auch die Möglichkeit, Informationen dezentral auf Monitoren zu visualisieren.

2. Wie hat sich die tägliche Arbeit verändert?

Das Tagesgeschäft ist signifikant transparenter geworden. Wichtig ist mir dabei, dass diese Transparenz abteilungsübergreifend über den ganzen Wertstrom besteht. Bei Problemen kann schneller reagiert, in einigen Fällen sogar proaktiv eingegriffen werden. Den deutlichsten Effekt sehen wir in einem Rückgang der Schnellschüsse und „Feuerwehraktionen“. Die verkürzte Reaktionszeit sorgt dafür, dass Teile schnell nachgearbeitet werden können und somit erst gar nicht in späteren Fertigungsschritten zu Problemen führen. Auch für die Mitarbeiter hat sich die tägliche Arbeit verbessert. Die einfache Bedienung und gut visualisierten Kennzahlen sorgen bei den Werkern für Begeisterung und eine hohe Akzeptanz.

3. Welche Vorteile bietet die Lösung gegenüber dem alten MDE/BDE System?

Der größte Vorteil ist, dass die Kollegen nicht nur Daten eingeben, sondern mit der Software auch wirklich arbeiten. Mit dem einfachen Soll-Ist-Abgleich sehen die Werker zum Beispiel, wo sie stehen und können bei Problemen direkt eine Eskalation an den Schichtleiter auslösen. Zusätzlich kann für den jeweiligen Auftrag direkt auf Zeichnungen und Dokumente zugegriffen werden. Dabei verwenden wir Tablets, wodurch auch in Zeichnungen oder in sonstige Q- Hinweise hereingezoomt werden kann.

4. Was war der ausschlaggebende Grund für ein neues System?

Neben den rein technischen Gründen wie einer modernen Benutzeroberfläche war es sicherlich auch die flexible Erweiterbarkeit in andere Bereiche, wie die Instandhaltung oder die Arbeitsvorbereitung. Außerdem war uns wichtig, manuell gepflegte Excel-Listen abzuschaffen und stattdessen eine aktuelle Datenbasis zu schaffen, die genau nach unseren Vorstellungen individualisiert wurde. Ich vergleiche das gerne mit einem „Datenmaßanzug“, der sitzt.

5. Wie kommt die Lösung bei den Mitarbeitern und Support-Bereichen an?

Die Akzeptanz ist unabhängig vom Aufgabenbereich des Mitarbeiters sehr hoch. Die Software ist zum zentralen Kommunikationsinstrument geworden. Durch die frühe Einbindung der Mitarbeiter in der Entwicklungsphase, konnten spezifische Problemstellungen des Tagesgeschäfts adressiert und in der Lösung berücksichtigt werden. Die manuellen Eingaben und der Pflegeaufwand sind gering, daher haben die Kollegen kaum Mehraufwand. Dem gegenüber steht jedoch ein sehr hoher Nutzen, da Daten nun besser analysiert werden können. Die Mitarbeiter sind sehr zufrieden mit dem Einsatz der Software im Tagesgeschäft und haben auch immer wieder Ideen für weitere Anpassungen oder Funktionen.

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